Hund alleine lassen trainieren

Hund alleine lassen trainieren-Diese Schritte führen am besten zum Ziel

Viele Menschen freuen sich nicht nur, wenn ein Hund ins Haus kommt. Sie geben ihm, vielleicht unbewusst, zu verstehen, dass er ein Mitglied der Familie ist. So weit, so gut. Doch was passiert, wenn ein Mitglied der Familie zu Hause allein gelassen wird, etwa weil man zur Arbeit fahren muss, es diese Begründung aber einfach nicht versteht? Richtig: Das Familienmitglied, in diesem Fall der Hund, wird traurig und fängt eventuell sogar an zu weinen. Eine Art sich bemerkbar zu machen, die beim Hund mitunter etwas lauter werden kann. Gerade in Reihenhäusern, Doppelhäusern und natürlich Wohnungen ist dies ein Zustand, der nicht geduldet werden kann, da die Lärmbelästigung zu laut für die Nachbarn werden könnte. Es hilft nichts: Wieder hat sich eine Lektion gefunden, die der Hund lernen muss – das Alleinegelassen werden!

Hund alleine lassen trainieren-Wer allein sagt, muss auch Trennungsangst sagen

Nun, vielleicht ist dies kein schöner Reim. Leider aber stimmt er. Denn für gewöhnlich basiert die Trennungsangst auf tieferen Verlustängsten, die dem Hund zu eigen sind, ganz einfach, weil es sich bei ihm ja um ein Rudeltier handelt. Daher ist es auch so wichtig, dem Hund von Anfang an zu zeigen, dass er sich auf einen verlassen kann und er nahezu jederzeit erwünscht ist. Mit dieser Vertrauensbasis kann man dem Tier nicht nur die einfachen Kommandos wie Sitz und Platz beibringen. Hier finden wir auch die Basis für die etwas komplexeren Lektionen, wie es etwa, den Hund alleine lassen trainieren zu können.

Kleine Schritte führen am besten zum Ziel

Beginnen wir diese Lektion mit einer kleinen Übung, die täglich mehrmals durchgeführt werden kann: Das Benutzen des Bads durch den Menschen. Niemand möchte wirklich stets vom Hund ins Bad begleitet werden. Daher kann dieser bis zur Tür folgen, muss dann aber davor sitzen bleiben und warten. Wartet er ruhig davor, kommt man schnell wieder heraus und lobt ihn. Wir wissen ja, dass Hunde ihre Erfolge über das Lob abspeichern. So kann die Zeit im Bad langsam gesteigert werden. Doch was tun, wenn er davor jault oder anfängt an der Tür hochzuspringen? In diesem Fall kommt man auch wieder sofort heraus, allerdings um ihn zurecht zu weisen. Wie üblich wird dies in einem ruhigen, aber konsequenten Ton vorgenommen. Dieses Experiment kann natürlich auch mit anderen Räumen durchgeführt werden.

Hat der Vierbeiner diese Teillektion verdaut, kommen die nächsten kleinen Spaziergänge ohne Hund an die Reihe: Mülltonne, Briefkasten. Sicherlich möchte er auch hierhin mit. Doch diese Wege befinden sich außerhalb des Hauses und sind somit die nächste Teillektion. Ja, es kann einem durch Mark und Bein gehen, wenn der Hund im Haus das Jaulen anfängt. Noch schlimmer ist der herzzerreißende Hundeblick, dem man kaum wiederstehen kann. Und doch muss man es ganz unbedingt. Wenn man das Haus in Richtung Briefkasten verlässt, ist es wichtig, dort auch tatsächlich hinzugehen. Oder einmal um das Haus oder ähnliches. Denn der Hund würde es sofort merken, wenn die Haustür nicht richtig abgeschlossen ist und man davor wartet und wohlmöglich an der Tür lauscht. Nach einigen Minuten darf man ja wieder ins Haus und schauen, wie es dem Hund geht. Hat er sich beruhigt und liegt auf seinem Platz, ist alles in Ordnung.

Schlimm ist es, wenn er angefangen hat, aus lauter Frust Dinge aus den Regalen zu holen oder Sachen zu zerbeißen. Selbstverständlich wird er dafür sanft, aber energisch zurecht gewiesen. Egal, wie oft er sich hierzu verleiten lässt, das Prozedere ist jedes Mal gleich. Natürlich versucht man das Allein-Lassen immer wieder einmal für einige Minuten. Allerdings sollte zwischen den Versuchen immer rund 30 Minuten Pause oder mehr liegen, damit er seine „schlechte“ Erfahrung vergisst.

Hund alleine lassen trainieren -Unbedingt zu vermeiden…

… ist ein langes, intensives Verabschieden, wenn man das Haus verlässt. Der Hund weiß in diesem Fall sofort, was passiert. Dadurch kann er bereits vorher seine „Waffen“, Hundeblick und Jaulen, zum Einsatz bringen. Eine fatale Situation für den Besitzer! Da ist es besser, dem Hund sein Lieblingskuscheltier zu bringen und ihn mit einem Triggerwort zu verabschieden. Dieses Wort wird beim Verabschieden immer eingesetzt. So weiß der Hund nach einigen Übungseinheiten: Aha, Herrchen geht weg, kommt aber, wie immer schnell wieder. Da Hunde nur ein bedingtes Zeitgefühl haben, empfinden sie mit zunehmender Routine auch längere Abwesenheiten nicht mehr als unangenehm. 

Auch ein Bedauern, dass er nun alleine bleiben müsse, ist nicht wirkungsvoll. Der Hund registriert den Tonfall und wird ihn mit dem Verlassensein verbinden. Auch bei diesem Szenario wird er die Stimmlage mit dem negativen Ereignis verbinden

Das Wiedersehen darf natürlich intensiv ausfallen. Auch ein sofortiges Mitnehmen in den Garten oder an die Leine, weil er sich erleichtern muss, ist natürlich eine sinnvolle und freudige Angelegenheit, sowohl für Hund als auch für Herrchen. Man kann daraus ein Ritual entstehen lassen: Wenn ich nach Hause kommen, gehen wir als erstes gemeinsam durch den Garten. Der Hund wird dies dankbar aufnehmen.

Ja, es ist nicht die angenehmste und einfachste Aufgabe in der Erziehung eines Hundes. Und doch ist es schön, wenn man letztlich das Ergebnis in den Händen hält.