Hundeerziehung ohne Stress

Hundeerziehung ohne Stress-Das A und O der Hundeerziehung

Ein Hund ist der beste Freund des Menschen, so sagt man so schön. Doch eigentlich ist er dies nur, wenn er auch gut erzogen ist. Sonst kann er nämlich für recht viel Ärger und Kummer sorgen. Doch weder für den Hund noch für den Menschen sollte die Hundeerziehung von Stress geprägt sein. Eine Hundeerziehung ohne Stress schafft eine sehr enge, feste Vertrauensbasis zwischen Mensch und Tier. Und das ist ja genau das, was Mensch so gerne möchte, richtig?

Gegenseitiges Kennenlernen

Kommt ein neuer Hund ins Haus, egal ob Welpe oder bereits ein wenig älter, müssen sich Hund und Mensch erst einmal in aller Ruhe kennen lernen. Warum? Hund wie auch Mensch sind individuelle Charaktere, sodass man nicht einfach behaupten kann: „Ich kenne alle Hunde!“ Tatsächlich laufen nur wenig Hundeflüsterer in der Welt herum. Aber innerhalb der ersten Tage kann man doch feststellen, was das Tier gerne mag und was nicht, worauf er reagiert und vielleicht sogar bereits wovor er Angst hat. Genauso muss auch der Hund wissen, wie die Familie bzw. dieser Mensch funktioniert. Wann er weggeht, wie er sich als Hund im Haus verhalten darf und was überhaupt so im Angebot steht. Auch Tiere wollen nicht „die Katze im Sack“ kaufen. Ganz wichtig, was die Menschen immer schnell vergessen, ist die Stimme. Diese erkennt der Hund unter tausenden heraus. Aber dafür muss er sie oft und möglichst in der gleichen Tonlage / Tonfall hören. Es ist äußerst wichtig, dem Hund klar zu machen, dass der Mensch bzw. ein Mensch aus der Familie das Alphatier ist. Denn diesem wird er sich immer wieder unterordnen. Doch auch alle anderen Familienmitglieder stehen über dem Hund. Gerade für Familien, die sich zum ersten Mal einen Hund anschaffen, mag dieser Gedanken unangenehm sein. Schließlich soll er doch ein Familienmitglied sein. Doch mal ehrlich: Innerhalb der menschlichen Familienmitglieder gibt es doch auch eine gewisse Rangordnung, oder etwa nicht? Fühlt sich das Tier dem Menschen überlegen, kann es später zu entsprechenden Übergriffsreaktionen von Seiten des Hundes kommen. Und diese sind ganz gewiss nicht erwünscht!

Geduld und Liebe – Das A und O der Hundeerziehung

Hunde, die sich erst einmal eingewöhnen müssen, brauchen das Gefühl, das sie beim neuen Besitzer absoluten Rückhalt haben. Nur so sind sie in der Lage tatsächlich zu zeigen, was in ihnen steckt. Jede Streicheleinheit wird dankend angenommen. Ist dies noch nicht so bekannt, wird sich das Tier schnell daran gewöhnen. Trotz aller Liebe ist aber natürlich auch Konsequenz gefragt. Wird etwas falsch gemacht, so wird nicht geschimpft, sondern dem Hund in einem konsequenten Tonfall ein „Nein“ bzw. „Aus“ entgegengebracht. Erledigt der Hund eine Aufgabe dagegen gut bzw. reagiert korrekt auf ein Kommando, darf und muss das Lob umso größer ausfallen. Leckerli dürfen ebenfalls als Lob eingesetzt werden. Dieser Tipp gilt übrigens für alle Lektionen, die der Hund lernen soll. Dabei ist es egal, ob er „nur“ geduldig auf sein Futter wartet oder später beim Agility-Training aufmerksam sein soll. Geduld bedeutet in diesem Fall aber auch, die Übung immer wieder zu praktizieren, bis der Hund sie fehlerfrei beherrscht. Wichtig sind zu Beginn kurze Übungseinheiten, die bei Erfolg aber umso stürmischer belohnt werden. JEDER Hund möchte seinem Besitzer gefallen!

Hundeerziehung ohne Stress-Trigger setzen

Jedes Tier reagiert auf bestimmte Reize. So sind einige 100%ig auf die Stimme des Besitzers eingestimmt. Bei anderen wird das Klickertraining sehr erfolgreich eingesetzt. Zu Beginn gilt es herauszufinden, worauf der Hund reagiert. Hat er die Methode erst einmal verstanden und der Besitzer weicht nicht davon ab, ist eigentlich schon alles klar. Jedesmal, wenn der Klicker ertönt, weiß das Tier, dass Aufmerksamkeit von ihm verlangt wird. Wer mit der Stimme arbeitet, sollte sich ein bestimmtes Code-Wort ausdenken, mit dem er die Aufmerksamkeit einfordert. Der Name des Hundes sollte allerdings nicht dazu verwendet werden. Man möchte den vierbeinigen Freund ja auch einfach nur mal so rufen, richtig?

Hundeerziehung ohne Stress-Und wenn es nicht klappt?

Nur die Ruhe bewahren. Nicht jeder Hund kann jedes Kommando oder jede Übung sofort lernen. Auch sie besitzen unterschiedliche Charaktere und somit unterschiedliche hohe Intelligenz. Auch wenn sie die Übung, das Kommando erst beim zehnten Male korrekt umsetzen können, zeigt es doch, dass sie lernfähig sind. Zudem sollte niemals vergessen werden, dass viele Hunderassen das so genannte „Will top lease“ Gen besitzen. Das bedeutet nichts anderes, dass es ihrem Wesen entspricht dem Menschen gefallen zu wollen. Gerade diese Rassen sind sehr gelehrig.

Natürlich ist es schön, wenn der Hund nicht mehr an der Leine reißt oder das Alleinsein gut aushalten kann, ohne in stundenlanges Bellen zu verfallen. Aber Hundeerziehung ist ein Weg der kleinen Schritte. Dies gilt insbesondere für diese beiden Bereiche. Ruhige Konsequenz und stetiges Wiederholen der Übung wird viel schneller zum Erfolg führen als schimpfen. Denn Hunde verstehen das Schimpfen als eine Art Bedrohung. Doch wissen sie gar nicht, warum sie vom Menschen, ihrem Alphatier, bedroht werden. Also – lieber einmal mehr tief durchatmen und die Lektion wiederholen als wütend werden. Okay?