Welpenerziehung Tipps

Welpenerziehung Tipps-Geduld und Verständnis ist gefragt

Ein Welpe kommt als neues Familienmitglied ins Haus. Natürlich hat man sich adäquat vorbereitet: Verschiedene Bücher über Hundehaltung und Welpenaufzucht gelesen. Man hat sich als Pate im Tierheim bereits die ersten Erfahrungen mit lebenden Artgenossen geholt. Das beste Futter, diverse Spielsachen und natürlich der große Schlafkorb stehen bereit. Aber reicht diese Vorbereitung auch aus? Wo bekommt man gute Welpenerziehung Tipps her? Was mache ich, wenn der Welpe erkrankt? Und und und… Am besten, man holt sich Tipps vom Fachmann, wenn man einmal nicht weiter weiß.

Die gute Bindung kommt zuerst

Ja, es ist durchaus wichtig, dass der Welpe lernt, bestimmte Kommandos zu befolgen und sich korrekt zu verhalten. Aber viel wichtiger ist, von Anfang an eine gute und feste Bindung aufzubauen. Doch was bedeutet es eigentlich, eine gute Bindung zu seinem Hund zu haben: VERTRAUEN ist das Zauberwort. Wer eine gute Bindung zu seinem Hund hat, der kann durch einen dunklen Tunnel kriechen und der Hund wird ohne zu zögern folgen. Hat das Tier Angst oder spürt Unsicherheit, wird es sich an seinen Menschen wenden. Gute Bindung bedeutet aber auch, dass der Hund aufmerksam verfolgt, was der Mensch macht bzw. von ihm erwartet. Dies geschieht auch unter besonderen Umständen, wie dem Hundeplatz, der Spazierengehen im Wald oder in einer Fußgängerzone usw.. Eine gute Bindung zu erreichen ist eigentlich gar nicht so schwer:

Gerade ein junger Hund ist äußerst schutzbedürftig, ist er doch das erste Mal von seiner Familie getrennt. Dadurch benötigt er einen verlässlichen Pol, eine Größe, auf die er sich verlassen kann. Und genau diese ist „sein neuer Mensch“. Um sich als diesen Ruhepol zu etablieren, ist es wichtig, den kleinen Kerl und seine Bedürfnisse ernst zu nehmen, ihm Schutz zu bieten und ihn zu beruhigen, wenn ihn etwas ängstigt. Man muss zu einer berechenbaren Größe werden. Denn nur Konsequenz und Berechenbarkeit führen dazu, dass der Hund seinen Menschen auch später als Alphatier akzeptiert. Er darf den Menschen nicht in Frage stellen können. Aber nein: Dem Welpen als schützender Hafen zur Seite zu stehen, bedeutet nicht, ihn zu verhätscheln und bei jeder vermeintlichen Gefahr auf den Arm zu nehmen. Dadurch erschafft man einen ängstlichen Hund, der vielleicht später gerne bellt und unter gewissen Voraussetzungen sogar beißt.

Welpenerziehung Tipps-Lob und Tadel

Sicherlich kann kein Welpe sofort alle Übungen, die man ihm beibringen möchte, korrekt ausführen. Doch kann er seine Mitarbeit anbieten. Dies soll grundsätzlich belohnt werden, auch wenn das Ergebnis noch nicht ganz stimmt. Daran lässt sich arbeiten. Begeht er einen definitiven Fehler, ist dieser mit fester Stimme zu korrigieren. Niemals darf hierbei Zuckerbrot und Peitsche, also eine sanfte Stimme zum Anlocken und dann eine harsche, beißende Stimme zum Strafen, eingesetzt werden. Dies würde das Vertrauensverhältnis in den Grundfesten erschüttern. Denn Vertrauensverlust bringt Misstrauen mit sich. Misstrauische Hunde sind leider unberechenbar.

Welpenerziehung Tipps-Gemeinsamkeiten suchen und finden

Jeder, der sich einen Hund wünscht, sollte sich zunächst überlegen, welche Rasse zu ihm passt. Klein, groß, aktiv, gemütlich, Familienhund, Jagdhund, Aktivhund… Die Liste ist unendlich lang. Doch genau dieser Gesichtspunkt ist wichtig, damit es allen Familienmitgliedern, auch dem vierbeinigen, gerecht gemacht werden kann. Eine aktive Sportfamilie ist mit einem Pekinesen durchaus unterfordert, während ein Husky für Menschen, die viel arbeiten müssen und daher außer Haus sind, ein Albtraum. Doch zu den Gemeinsamkeiten, die man mit dem neuen Hund teilen sollte, gehören natürlich auch alltägliche Dinge, wie beispielsweise die Fütterungszeit. Man kann sich durchaus die Zeit nehmen und beim Hund bleiben, während er frisst. Danach eine Kuschelzeit einzuführen, kann das soziale Miteinander, das ein Hund im Rudel bzw. seiner Ursprungsfamilie erfährt, durchaus ersetzen. Selbiges gilt für gemeinsame Spiele und Rangeleien sowie Spaziergänge.

Welpenerziehung leicht gemacht

Es sind mittlerweile nicht wenig Menschen, die ihren Welpen mithilfe des Klickertrainings recht einfach und doch konsequent erzogen haben. Mit dem Klicker sichert man sich die Aufmerksamkeit des Tieres. Innerhalb von wenigen Übungseinheiten, die wie immer bei Welpen zunächst einmal kurz gehalten werden, weist das Tier, was „Mensch“ von ihm möchte – nämlich seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Wichtig ist, das Klickern derart zu verankern, dass es sogar auf dem Hundeplatz oder in einer größeren Menschenansammlung funktioniert. Durch das Klickern lassen sich lernfreudige Hunde fast alles beibringen, sodass man auch mit Erwachsenen Tieren noch sehr viel Spaß und Lernerlebnisse haben kann.

Trotz des scheinbar einfachen Einsatzes des Klickers sind Geduld und Verständnis für den Welpen und seine vielleicht nicht immer schnelle Auffassungsgabe unabdingbar. Zum einen muss sich der Hund erst einmal auf die Anforderungen des Menschen einstellen. Zum anderen darf er durchaus auch einmal anderer Meinung sein und eine Übung verweigern. Wenn sie nicht wichtig ist für das Zusammenleben von Mensch und Tier, kann man ja auch einmal darüber hinweg schauen und sie durch eine andere Übung ersetzen. Nicht jeder Hund muss alles können. Kann er auch gar nicht, weil die Veranlagung dafür gar nicht vorhanden sind.  Auch dies ist überaus beachtenswert!